Erlebnis Südkorea für zwei Langläufer der SG Niederwangen

Schwäbische Zeitung
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Montag, 15 Januar 2018

Erlebnis Südkorea für zwei Langläufer der SG Niederwangen

Niederwangen/Seoul  Das Jahr 2018 hat für die beiden Sportler Julia Metzler und Tobias Horelt sowie deren Langlauftrainer Michael Höß von der SG Niederwangen mit einem Paukenschlag begonnen. Die Allgäuer Wintersportler durften im südkoreanischen Seoul an einem FIS-Wettkampf im Skisprint teilnehmen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der koreanische Skiverband eine deutsche Delegation (Amelie Hofmann vom WSV Isny, Benjamin Sonntag vom SC Vogt und Stützpunktrainer Herbert Bühler) eingeladen und in der Stadt den 1. Koreanischen FIS-Skisprint durchgeführt. Aufgrund besonders freundschaftlicher Beziehungen zwischen dem in Korea tätigen deutschen Sportfunktionär Ralf Görtz, der in Korea seit etwa 25 Jahren den Skiverband in den verschiedensten Fragen unterstützt und dem WSV Isny gelangte die erneute Einladung über den DSV und den Skiverband Baden-Württemberg wieder in die hiesige Region.

Da die beiden derzeit besten Skilangläufer Amelie Hofmann und Friedrich Moch vom WSV Isny Startverpflichtungen für die Qualifikation zur Jugend-Weltmeisterschaft hatten, welche Moch sicher geschafft hat, fiel die Auswahl auf die nächstfolgenden starken Läufer – eben Julia Metzler und Tobias Horelt. Der seit gut 40 Jahren erfolgreich tätige Trainer Michael Höß wurde als Betreuer mitgeschickt. Die komplette Organisation der An- und Abreise vom 2. bis 7. Januar wurde laut Mitteilung direkt von Südkorea aus gemanagt. Das Sportsystem in Südkorea ist dabei nicht mit dem in Deutschland vergleichbar. Es gibt dort keine Vereine als Keimzellen, sondern der Verband bedient sich professioneller Organisationen oder Firmen, die eine solche Veranstaltung organisieren. Hintergrund dieser FIS-Veranstaltung ist die Möglichkeit, dass koreanische Sportler sich FIS-Punkte erlaufen können, die wiederum Einsätze bei internationalen Wettkämpfen ermöglichen.

Nach einem zehnstündigen Flug über 9000 Kilometer wurde die deutsche Delegation am Internationalen Airport Incheon von Kim June erwartet. June begleitete das deutsche Team vier Tage lang. Bei der Fahrt zum Hotel tauchte zwischen Straße und einem großen Fluss (Ganghang) ein weißes Band mit einer Loipe auf. In dem ansonsten als Park angelegten Gelände war eine 1,3 Kilometer lange Kunstschneeloipe präpariert worden. Neben den Wettkämpfen bei einem Showevent über 100 Meter und dem eigentlichen FIS-Rennen konnten die Sportler der SG Niederwangen an zwei weiteren Tagen Trainingseinheiten absolvieren.

Beim Training wurden laut Mitteilung die ersten Kontakte mit den Athleten der anderen acht Nationen geknüpft. Mit den Norwegern und Australiern teilten sich die Deutschen den Container, in die Skier gewachst wurden. Darüber hinaus waren Lettland, Russland, Mongolei, Taiwan, Indien und Südkorea Teilnehmer des FIS-Wettkampfs. Am Freitag stand mittags neben dem Training der Supersprint über 100 Meter an. In Ludwig Jensen aus Norwegen war der derzeit schnellste Sprinter auf Langlaufskiern am Start.

Tobias Horelt, der als 16-Jähriger zu den jüngsten Teilnehmern zählte, wurde in seinem Lauf Dritter und schaffte es daher nicht ins Finale. Mit Jensen als Sieger war der Verlauf dieser Showeinlage wie vorhergesehen. Für das Rennen am nächsten Tag hatten die Organisatoren mit zwei großen Schneeraupen die Sprintrunde hergerichtet. Beide SGN-Sportler nahmen mit gutem Material den Wettkampf in Angriff.

Metzler gewinnt das Rennen

Julia Metzler hatte die Startnummer 1 zugelost bekommen und eröffnete den Prolog. Sie zeigte sich in guter Verfassung und gewann den Prolog überlegen in dem 21 Teilnehmerinnen starken Feld. Auch das Viertel- und Halbfinale, wo jeweils vier Sportlerinnen gegeneinander antraten, verlief für die Allgäuerin erfolgreich. Jeweils bereits am Start setzte sich Metzler an die Spitze und kontrollierte das Feld. Im Finale hatten sich zwei Mongolinnen (die nach dem Wettkampf zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang weiterreisten) eine aggressive Renntaktik zurechtgelegt. Aber auch hier gelang es Metzler nach etwa 50 Metern Doppelstockspur, als Erste in die Skatingspur zu kommen, und lief dem Sieg unter dem Beifall der etwa 250 Zuschauer entgegen.

Tobias Horelt erlief sich bei 41 Männern im Prolog den zehnten Platz. In seinem Viertelfinale setzte er alles auf eine Karte und schaffte eher unerwartet als Zweiter den Sprung ins Halbfinale. Dort erreichte er im Sechser-Feld den fünften Platz, in der Gesamtwertung wurde er Zehnter. In beiden Läufen hatte er es unter anderem mit Nikolay Morilov aus Russland zu tun, der im Sprint schon Olympiamedaillen und drei Weltcupsiege errungen hatte.

 

Bild:    SBW Archiv

Text:    Schwäbische Zeitung





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